Durchfall

Durchfälle und auch Brechdurchfälle gehören mit zu den häufigsten Erkrankungen unserer Vierbeiner. Zwei anatomische physiologisch-funktionelle Einheiten spielen bei Durchfallerkrankungen eine Rolle: Das sind zum Einen die sogenannten Darmzotten mit ihren "Mikrovilli", welche die Darmoberfläche zu einer riesigen "Aufnahmefläche" (Aufnahme der verdaulichen Nahrungsbestandteile, Flüssigkeit etc.) vergrößern und zum Anderen die in den sogenannten Darmkrypten gelegenen Drüsen, deren Sekretion zusammen mit Speichel, Galle, Magen- und Bauchspeicheldrüsensekreten zu einem Flüssigkeitsumsatz beiträgt, der 3,5 mal so groß ist wie die Flüssigkeitsmenge, die über die Nahrung aufgenommen wird.

Bei den akuten, entzündlichen Durchfallerkrankungen (Bakterien, Viren) kommt es nun zur Störung dieses Systems, das sich mit Resorption (Flüssigkeitsaufnahme aus dem Darm) und Sekretion (Flüssigkeitsabgabe in den Darm) im Gleichgewicht befindet. Man unterscheidet sekretorische und exsudative Durchfälle.

Bei sekretorischen Durchfällen (z.B. durch Bakterientoxine) überwiegt die Flüssigkeitsabgabe in den Darm über die Resorption aus dem Darm, das Gleichgewicht ist gestört und es kommt zum Durchfall.

Am schwerwiegendsten sind exsudative Durchfälle, da es sich hierbei nicht nur um eine Funktionsstörung handelt, sondern Darmzotten und Darmwand werden geschädigt und sogar zerstört, verlieren ihre Permeabilität, so dass Exsudat (Körperflüssigkeit) und sogar Blut (z.B. blutiger Durchfall bei der Parvovirose - "Katzenseuche" des Hundes) in das Darmlumen treten. Da solche Fälle normalerweise auch mit stark gestörtem Allgemeinbefinden des Patienten und Fieber einhergehen, ist der sofortige Gang zum Tierarzt unerlässlich.

Wurmbefall im Darm kann vor allem bei Welpen zu Darmproblemen führen. Durch den Wurmbefall kommt es nicht nur zu einem zum Teil nicht unerheblichen Blut- und Nährstoffverlust, sondern auch zur Darmreizung, die sich je nach Abwehrlage in mehr oder weniger starkem Durchfall äußert. Auch hier muss das Tier zum Tierarzt, der anhand einer Kotuntersuchung die vorhandenen Parasiten identifizieren und im Anschluss gezielt entwurmen und behandeln kann. Regelmäßiges Entwurmen beugt diesem Problem vor.

Nicht zu unterschätzen sind auch "nervös-" bzw. "stressbedingte" Durchfälle, denn Tieren schlagen Prüfungsangst oder Wettkampfstress genauso auf den Magen-Darm-Trakt wie uns Menschen. Auch Aufenthalte in Tierpensionen, die Hektik bei Hundeausstellungen oder lange Autofahrten in den Urlaub, oft verbunden mit abruptem Klimawechsel, können zu diesen Durchfällen führen, die auf eine "nervös" gesteigerte Darmmotorik zurückzuführen sind.

Meistens sind diese Durchfälle unkompliziert und das Allgemeinbefinden des Hundes ist nicht beeinträchtigt. In der Regel genügt hier als Therapie ein Fastentag und eine sich anschließende Magen-Darm-Diät über einige Tage.

Neben fertigen Magen-Darm-Diäten, die es als Dosen- oder Trockenfutter gibt (beim Tierarzt erhältlich), kann man diese Diät auch gut selbst kochen: ca. 2/3 gekochter Reis, ersatzweise Kartoffeln oder Kartoffelpüree, ca. 1/3 Hüttenkäse, Magerquark oder mageres Hühnchenfleisch, evtl. etwas selbstgekochte, ungewürzte Fleischbrühe. Die Diät sollte in kleinen Portionen, mehrmals täglich gefüttert werden, um den Darm nicht zu überlasten