Herzerkrankungen beim Hund

Das gesunde Herz können Sie - in seiner Wirkungsweise vereinfacht dargestellt - mit einer elektrischen Wasserpumpe vergleichen. Es besteht aus einem
pumpenähnlichen Teil    = Herzmuskel
Ventilsystem                   = Herzklappen
Elektrokabelanschluss    = Reizleitung
Ebenso wie eine Elektro-Pumpe nur dann effektiv arbeitet, wenn die Stromzufuhr intakt ist, die Ventile richtig schließen und die eigentliche Pumpe nicht „ausgeleiert“ ist, kann auch das Herz nur dann seine Aufgabe voll erfüllen, wenn seine Funktionseinheiten intakt sind.

Die Aufgabe des Herzens besteht darin, den Körper rund um die Uhr ausreichend mit Blut zu versorgen. Logisch, dass das Herz somit mal mehr (z.B. bei sportlichen Höchstleistungen) und zeitweise mal weniger (z.B. während des Schlafes) leisten muss. Geregelt wird dies – ähnlich wie bei der Pumpe – durch die Stromzufuhr.

Das kranke Herz...

ist ein Herz, bei dem eine und manchmal auch mehrere Funktionseinheiten nicht 100%-ig funktionieren.

Woran kann das liegen?

Ist die Reizleitung des Herzens gestört, schlägt es unregelmäßig, man spricht von Herzrhythmusstörungen. Das könnte z.B. an einem „verschlissenen, korrodierten Kabel“ liegen. Sie kennen das vielleicht vom Auto – es kommt zu Fehlzündungen. Ebenso kann der Herzmuskel betroffen sein. Wenn sich dieser erweitert und dadurch das Herz dünnwandig wird, arbeitet das Herz wie eine „ausgeleierte Pumpe“. Es pumpt zwar, aber der Druck und die ausgestoßene Blutmenge ist zu gering. Sollten sich die Herzklappen in ihrer Ventilfunktion nicht richtig schließen können, wird es ebenfalls zu einem verminderten Blutausstoß mit Druckverlust kommen, ein Teil des Blutes wird sich dann sogar im „Ansaugteil“ zurückstauen.

Die zwei wichtigsten Formen der Herzerkrankung:

Herzklappen-Erkrankungen

Betroffene Rassen: Vorwiegend kleine Hunderassen (Pudel, Dackel, Cocker-Spaniel etc.).
Alter: Beginn der Erkrankung: Vorwiegend im mittleren Alter. Die Schwere der Erkrankung nimmt mit dem Alter zu.
Erkrankung: In 68 % der Fälle mit chronischen Herzklappenerkrankungen ist die „Mitral“- Klappe betroffen (=die Herzklappe, die zwischen der linken Vor- und Hauptkammer des Herzens liegt).
Folgen: Durch ungenügende Ventilfunktion wird zu wenig Blut in den Organismus gepumpt. Das Blut wird teilweise in die Lungen zurückgestaut.

Herzmuskel-Erkrankung

Betroffene Rassen: Vorwiegend große Rassen (Doggen, Dobermann, Bernhardiner etc.).
Alter zu Beginn der Erkrankung: Meist im Alter zwischen 3 und 7 Jahren.
Die Schwere der Erkrankung nimmt mit dem Alter zu. Erkrankung:  Die häufigste Form ist die „Herzmuskelerweiterung“, bei der die Wand der linken Herzkammer dünnwandig wird und sich infolge die Herzkammer erweitert. Folge: Der Organismus wird unzureichend mit Blut versorgt.

Wie erkennen Sie, ob Ihr Hund herzkrank ist?

Zunächst gar nicht, denn das Herz gleicht über längere Zeit seine Erkrankung durch Mehrarbeit aus. Wenn Sie erste Anzeichen erkennen, ist der Hund meist schon
länger herzkrank!

Folgende Anzeichen können beim Hund auf eine Herzerkrankung hinweisen:

(Die Reihenfolge der Symptome entspricht der zunehmenden Schwere der Herzerkrankung)
- Müdigkeit
- Mattigkeit
- gelegentliches Husten bei Anstrengung
- schnellere Ermüdung beim  Spielen oder Treppensteigen
- vermehrtes Husten, vor allem nachts
- nächtliche Unruhe
- die Schleimhäute zeigen eine blasse bis bläuliche Verfärbung
- Husten und Atemnot bereits bei kleinsten Anstrengungen
- der Hund vermeidet jede Anstrengung
- dem Hund fehlt die Lebensfreude

Wenn Sie bei Ihrem Hund eines oder mehrere Symptome bemerken, stellen Sie ihn bitte bei Ihrem Tierarzt vor.

Eine regelmäßige Kontrolle des Herzens hilft, im Vorfeld der Erkrankung einzuschreiten und für ein längeres und besseres Leben Ihres Hundes zu sorgen. In der Praxis ist eine Kontrolle des Herzens innerhalb der Routineuntersuchung bei Impfungen selbstverständlich. In zweifelhaften oder kritischen Fällen lassen sich mit Hilfe eines EKG’s schnell konkretere Aussagen und Prognosen erstellen. Therapeutisch stehen dem Tierarzt verschiedene Therapien, abgestimmt auf den jeweiligen Patienten, zur Verfügung.

Therapie und unterstützende Maßnahmen

Zur speziellen Unterstützung des Herzens werden hauptsächlich Medikamente eingesetzt, die entweder
A: die Herzkraft und damit die Pumpleistung des Herzens unterstützen und verstärken
oder
B: die Herzarbeit erleichtern, indem die Blutgefäße entspannt oder erweitert werden.
Wenn sich das Blut vor dem Herzen bereits gestaut hat und Flüssigkeit z.B. in der Lunge vorhanden ist, können zusätzlich entwässernde Präparate angezeigt sein.

Was Sie noch tun können, wenn Ihr Hund herzkrank ist:

Vermeiden Sie in jedem Fall eine zu starke Anstrengung Ihres Hundes. Passen Sie dabei die Belastungen dem Zustand Ihres Hundes an. Vermehrtes Husten oder Atemnot können z.B. Zeichen für eine übermäßige Anstrengung sein. Setzen Sie Medikamente, die Ihr Hund vom Tierarzt verordnet bekommen hat, nie ohne Rücksprache ab.