Niereninsuffizienz (chronische)

Die chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist eine meist unbeobachtet beginnende und langsam voranschreitende Erkrankung der Niere, die zu einer unheilbaren Schädigung der Niere führt und an deren Folge die Patienten sterben.

Ein wichtiges Kriterium der chronischen  Niereninsuffizienz ist die Dauer über mindestens 2-3 Wochen. Eine akute Niereninsuffizienz ist kurzfristig und kann meist erfolgreich  behandelt werden.  Die  folgende  Ausführungen beziehen sich  ausschließlich auf die chronische (dauerhaft bestehende und unheilbare) Niereninsuffizienz:

Durch die hohe Kompensationsfähigkeit der Niere treten die ersten Anzeichen einer Erkrankung erst auf, wenn mehr als 65 -75 % des Nierengewebes zerstört ist.
Tierärztliche Behandlungen und die richtige Diätfütterung können aber auch einem erkrankten Tier noch ein längeres Leben schenken. Es ist daher empfehlenswert, ältere Tiere (ab ca. 7 Jahre) routinemäßig einer Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen, so dass bisher symptomlose erkrankte Tiere erkannt werden.

Die Nieren haben mehrere Aufgaben zu erfüllen, wobei die wichtigsten das Ausscheiden von giftigen Stoffwechselprodukten sowie die Regulierung des Wasser- und Elektrolytenhaushaltes ist. Arbeiten die Nieren nur noch wenig, kann es zu schwerwiegenden Defiziten kommen.

Wie erkennt man eine chronische Niereninsuffizienz?

Anfangs sind die Krankheitsanzeichen sehr unspezifisch. Typisch sind ein auffällig gesteigerter Durst und entsprechend erhöhte Urinabgabe. Leider zeigen nicht alle Hunde diese Symptome. Im vorangeschrittenem Stadium können noch weitere Symptome dazukommen, wie Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Zahnfleischerkrankungen, Hauterkrankungen, glanzloses Fell, regelmäßiges bis häufiges Erbrechen.

Im mittleren bis späten Stadium, wenn die Niere bereits nicht mehr in der Lage ist, alle harnpflichtigen Gifte vollständig auszuscheiden, kann die CNI relativ einfach über veränderte Blutwerte festgestellt werden. Wichtige Parameter sind Harnstoff und Kreatinin, die der Tierarzt bei allen Routineuntersuchungen und prägoperativen Checks untersucht.

Das große Problem bei der chronischen Niereninsuffizienz ist die Früherkennung in dem Stadium der CNI, in dem die Niere zwar bereits zu großen Anteilen zerstört ist,  aber auf der anderen Seite die Nierenfunktion noch ausreicht, die Gifte vollständig auszuscheiden.  Hier helfen Untersuchungen des Proteinspektrums des Urins oder Belastungstests weiter.

Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz:

Das Ausmaß der Nierenschädigung muss zunächst abgeklärt werden. Dies geschieht durch weitere Blutuntersuchungen, Röntgen, Ultraschall und evtl. eine Nierenbiopsie. Abhängig von der Art und dem Ausmaß der Schädigung kann dem nierenkranken Tier geholfen werden durch: Infusionen, Korrektur des Blutsäure-Basenspiegels, Behandlung von Erbrechen und Durchfall, Verbesserung des Appetits, Behandlung des Bluthochdrucks, Behandlung der Blutarmut, Korrektur von Phosphat, Kalzium, Kalium sowie u.U. die Durchführung einer Antibiotischen Behandlung.

Die Patienten sollten unbedingt auf ein Diätfutter umgestellt werden. Die Diättherapie muss schonend  begonnen werden. Sehr wesentlich ist, dass die Patienten überhaupt Futter zu sich nehmen, da sie ansonsten noch mehr abbauen können.

Der Effekt der Diätfütterung übertrifft in vielen Fällen medikamentöse Maßnahmen! Die besten Chancen hat ein Nierenpatient dann, wenn die Krankheit in einem frühen Stadium erkannt wird.