Otitis (Ohrenentzündung)

Was ist Otitis?

Das Wort "Otitis" bezeichnet eine Entzündung des Gehörganges. Diese Entzündung kann den äußeren Gehörgang (Otitis externa), den inneren Gehörgang (Otitis interna) oder das Mittelohr (Otitis media) betreffen. In den meisten Fällen wird die Entzündung durch eine Infektion mit Bakterien oder Hefepilzen begleitet. Sie kommt bei Hunden häufiger vor als bei Katzen.

Symptome der Otitis sind normalerweise Schmerzen an den Ohren, Kopfschütteln oder Kratzen an den Ohren. Einige Tiere zeigen auch einen starken Geruch oder Ausfluss, der aus einem oder beiden Ohren austritt. Selten kann Otitis Kopfschiefhaltung oder Gleichgewichtsprobleme hervorrufen. Manchmal ist Otitis ein kurzfristiges Problem, das ohne Behandlung von alleine verschwindet. Unter Umständen müssen jedoch Ohrenerkrankungen über Monate und Jahre behandelt werden.

Wodurch wird Otitis hervorgerufen?

Die Mehrzahl der Fälle von Otitis wird durch bakterielle- und Hefepilz-Infektionen kompliziert. Obwohl diese Organismen Juckreiz, Schmerzen, Geruch, Sekret in den Ohren sehr verstärken, sind sie jedoch nicht primäre, d.h. auslösende Ursache der Erkrankung. Bakterien und Hefepilze finden wir in geringer Anzahl auch im gesunden Ohr. Allergien,
erhöhte Feuchtigkeit, Haare im Ohrkanal oder Ohrmilben können die Vermehrung dieser Organismen hervorrufen. Wird dieser Prozess erst einmal in Gang gesetzt, kann die Anzahl von Bakterien und Hefepilzen sehr schnell zunehmen.

Wie wird Otitis diagnostiziert?

Normalerweise beruht die Diagnose auf der klinischen Untersuchung durch ein Instrument, das Otoskop genannt wird und durch das man tief in die Ohren hinein sehen kann. Hierbei werden Sekretproben für die mikroskopische Untersuchung entnommen, durch die wir in der Lage sind, Typ und Anzahl der vorhandenen Organismen zu bestimmen. In vielen Fällen senden wir Material für eine Bakterienkultur ein. Durch diese Untersuchung erfahren wir, welche Medikamente in diesem Fall am besten wirken.

Manchmal erschwert uns eine Ansammlung von Entzündungssekret die vollständige Untersuchung des Gehörganges. In diesen Fällen ist es notwendig, den Gehörgang sauber zu spülen. Dies geschieht am besten nach der Gabe eines Beruhigungsmittels, denn oft ist die Otitis sehr schmerzhaft.

Besteht die Otitis über längere Zeit oder stellt sie ein wiederkehrendes Problem da, so kann die Identifikation der beteiligten Organismen der erste Schritt zur Behandlung sein. Man sollte jedoch immer versuchen herauszufinden, warum diese Erkrankung entstanden ist. Hierzu können weitergehende Untersuchungen, wie z.B. Allergietests, notwendig sein.

Wie wird Otitis behandelt?

Die Behandlung besteht aus der Bekämpfung der bestehenden Infektion und der zu Grunde liegenden Ursache. Behandlung der Infektion: Als erstes verordnen wir einen Ohrreiniger oder eine Reinigungsflüssigkeit zur Anwendung durch den Besitzer. Dieses soll die Entfernung des entzündlichen Materials, welches als Nährstoff für die Bakterien und Hefepilze dient, ermöglichen.

Danach sollen spezielle Ohrenmedikamente, wie Tropfen oder Lotionen in das Ohr verbracht werden, um die Organismen abzutöten und die Entzündung zu vermindern. Darüber hinaus erfordern einige Fälle die Gabe von Tabletten, dies ist besonders bei tiefen Entzündungen der Fall.

Lang andauernde Infektionen werden oft durch eine starke Ansammlung von Entzündungssekret in den Ohren begleitet, die für den Tierbesitzer schwierig zu entfernen ist. Dieses Material kann oft nur durch Spülung unter Sedierung vollständig entfernt werden.

Behandlung der zu Grunde liegenden Ursache

Wenn die zu Grunde liegende Ursache erkannt werden kann, so muss sie behandelt werden, um zukünftigen Infektionen vorzubeugen.

Da Allergien so häufig Ursache von Otitis sind, gehören Allergietest und Ausschlussdiät zu den meist eingesetzten Untersuchungsmethoden. Bei einigen Hunden scheint die Infektion durch starke Feuchtigkeit oder Ohrschmalzbildung hervorgerufen zu werden. Regelmäßige Reinigung hilft, bei diesen Tieren die Infektion im Rahmen zu halten.

Wie reinigt man die Ohren im Krankheitsfall?

Für die Reinigung werden spezielle Reinigungsprodukte eingesetzt. Diese werden in
schweren Fällen zweimal täglich und zur Erhaltungstherapie einmal wöchentlich verabreicht.

Füllen Sie den Gehörgang mit der Reinigungsflüssigkeit auf. Massieren sie vorsichtig den vertikalen Teil des Gehörganges für ungefähr eine Minute. Durch die sich bewegende Flüssigkeit entsteht ein deutlich hörbares Geräusch. Entfernen sie die Flüssigkeit mit einem Zellstofftuch. Wenn Sie die Möglichkeit haben, reinigen Sie die Ohren außerhalb des Hauses.

In den meisten Fällen entfernen sich die Hunde die Reinigungsflüssigkeit durch starkes Schütteln von allein und Sie brauchen dann nur noch nachzutrocknen. Nehmen sie kein Ohrstäbchen, weil hierdurch das Sekret häufig noch tiefer in den Gehörgang hinein verbracht wird.

Die meisten Ohrreiniger helfen, den Gehörgang auszutrocknen, wenn er sehr feucht ist. Wenn Ohrentropfen verschrieben wurden, sollten sie nach dem Reiniger verwendet werden. Am besten wartet man 30 Minuten nach der Reinigung, bis man die Ohrentropfen in den Gehörgang verbringt. Massieren sie den Gehörgang, um eine gleichmäßige Verteilung der Ohrentropfen im Gehörgang zu gewährleisten.

Benutzen sie die verschriebenen Medikamente nur für den vorgesehenen Zeitraum. Viele Ohrenpräparate enthalten Stoffe, die in den Blutkreislauf aufgenommen werden und die auf längere Sicht schädlich sein können. Chronische Benutzung von Ohrentropfen können das Entstehen einer Bakterienflora begünstigen, die unter Umständen nur schwierig zu bekämpfen ist.

Nur durch regelmäßige Kontrollen kann sicher gestellt werden, dass dieses bei ihrem Haustier nicht passiert. Wirkung und Nebenwirkungen der verabreichten Medikamente können wir durch eine eingehende Untersuchung des Gehörganges, wie auch des entnommenen Ohrsekretes überwachen.

Quelle: www.welpen.de