Räude

Räude ist eine parasitäre Erkrankung der Haut, die durch kleine Milben ausgelöst wird. Milben sind mikroskopisch kleine Lebewesen, die im Ohr, im Fell oder unter der Hautoberfläche des Hundes leben. Deren Ausscheidungen lösen Juckreiz aus, können beim Hund zum Auftreten von Räude führen oder beim Menschen eine Tierhaarallergie verursachen.

Zwei verschiedene Räudemilben sind beim Hund hauptsächlich verantwortlich:
Eine, die Demodex-Milbe, lebt im Haarfollikel, während die andere, die Sarcoptes-Milbe, unter der Hautoberfläche lebt. Obwohl beide Milben Ähnlichkeit aufweisen, gibt es auch entscheidende Unterschiede:
Man darf die beiden Räudetypen nicht verwechseln, da sie verschiedene Ursachen, Behandlungen und Prognosen haben.

Die Demodex-Räude:

Die Demodex-Räude, manchmal auch Demodikose genannt, ist die am weitesten verbreitete Räude des Hundes. Sie wird durch die Demodex-Milbe ausgelöst, einem kleinen Parasiten, der in den Haarfollikeln der betroffenen Hunde lebt.

Diese Milben kommen normalerweise auf fast allen Hunden (und vielen Menschen) in geringer Anzahl vor und richten als solche bei einem gut funktionierenden Immunabwehrsystem keinen Schaden an!

Die Demodex-Räude (eine übermäßige Bildung von Demodex-Milben) trifft man häufig bei einem unreifen Immunsystem an, das Milben erlaubt, schnell zu wachsen. Deshalb kann die Erkrankung auch bei einem Junghund im Alter von ca. zwölf bis 24 Monaten auftreten. In den meisten Fällen wird das Immunsystem zusammen mit dem Hund im Laufe der Zeit „erwachsen“ und entzieht dann den Milben den Nährboden.

Erwachsene Hunde mit dieser (möglicher Weise in Wellen verlaufenden Erkrankung) haben demzufolge ein gestörtes Immunsystem. Manchmal kann die Erkrankung übrigens auch als Folge einer Behandlung mit Immunsuppressiva einschließlich Cortison auftreten, sozusagen dann quasi als Nebenwirkung.

Da die Ausbildung eines guten oder auch schlechten Immunsystems das Ergebnis einer genetischen Steuerung ist, muss es Ziel sein, betroffene Hunde von der Zucht auszuschließen. Das „Weitergeben“ dieses genetischen Defekts wäre nicht verantwortlich – ist doch ein gut funktionierendes Immunsystem ein Zuchtziel mit höchster Priorität.

Was löst die Demodex-Räude aus?

Es treten zunächst „nur“ punktuelle haarlose Stellen im Bereich des Kopfes (vornehmlich rund um die Augenpartie und den Fang) auf, welche sich später auf den Halsbereich und die Pfoten ausweiten können (lokale Demodikose – der Prozess, bis es zur ersten haalrosen Stelle kommt kann sich über Monate hinziehen).

Eine mirkoskopische Untersuchung eines an einer betroffenen Stelle entnommenen tiefen Hautgeschabsels liefert unter Hinzuziehung des Vorberichtes eine Diagnose und sichert somit gegenüber anderen Hauterkrankungen ab. Manchmal kann es in diesem Stadium eine Spontanheilung geben.

Treten weitere haarlose Stellen im Bereich des Bauches und der Lenden auf, spricht man von einer generalisierten Demodiktose, welche dringend (!) behandelt werden muss. Manchmal geht dem erkrankten Tier im weiteren Verlauf das Fell in Fetzen aus und es treten Stellen nackter Haut auf.

Bakterielle Infekte kommen als Sekundärinfektion häufig dazu, der Hund begegnet dem Juckreiz durch Kratzen und Beißen an den erkrankten Stellen – ein Teufelskreis beginnt.

Die Suche nach dem immunschwächenden Auslöser kann über Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen und weitere Verfahren durchgeführt werden.

Wie wird Demodikose behandelt?

Die Behandlung der Demodikose verfolgt mehrere Ziele. Als erstes wird eine Therapie verordnet, welche die Milben abtöten soll. Dieses kann entweder durch spezielle Bäder oder durch die Gabe von Medikamenten geschehen. Der Therapieplan muss für jedes Tier individuell angepasst werden. So ist bei einigen Tieren der zusätzliche Einsatz von Antibiotika und medizinischen Shampoos angebracht. Der zweite Gesichtspunkt, der bei der Therapie bedacht werden muss, bezieht sich auf zusätzlich bestehende Erkrankungen.

Der Verlauf der Demodikose und die Behandlung der befallenen Tiere können langwierig sein und sich bis zu mehreren Monaten hinziehen. Eine regelmäßige Therapiekontrolle ist von großer Wichtigkeit für eine erfolgreiche Behandlung.

Von einem erkrankten Tier geht keine Ansteckungsgefahr aus – auch nicht für Menschen!

In eigener Sache: Bitte setzten Sie mich in Kenntnis darüber, wenn Ihr Eurasier an einer Hauterkrankung leidet.